Sichere Bergung eines Stegs an der Saaler Mühle

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Am vergangenen Samstag wurde in einem mehrstündigen Einsatz eine einsturzgefährdete Holzkonstruktion an der Saaler Mühle geborgen. Die Bergungsgruppe 2 des Ortsverbands Bergisch Gladbach unterstützte die Stadt Bergisch Gladbach bei dem sicheren und umweltschonenden Abbruch. Gleichzeitig konnten die THW- Helferinnen und Helfer ihr praktisches Vorgehen beim Rückbau, im Umgang mit Werkzeugen und bei der Arbeit mit der Seilwinde trainieren.

Die Saaler Mühle ist ein beliebtes Naherholungsgebiet mit Grill- und Spielplätzen, Joggingstrecken, Picknickflächen und Spazierwegen rund um den See mit mehreren Inseln. Der dort im See verankerte und überdachte Steg war eine sechseckige Holzhütte von rund vier Metern Höhe und etwa neun Quadratmetern Grundfläche. Die Konstruktion bestand aus 10 × 10 cm starken Ständern und Pfetten, verbunden durch massive Riegel und Streben. Der Steg war bereits vor Jahren aus Sicherheitsgründen außer Betrieb genommen, da die Hütte nicht mehr standsicher war und halbseitig im Wasser versank. Unbekannte verschafften sich jedoch immer wieder unbefugt Zutritt über provisorische Übergänge.

Nach einer gemeinsamen Begehung mit der Stadt wurde die Bergung der Hütte vereinbart. Am 18. Oktober 2025 rückte die Bergungsgruppe mit dem Gerätekraftwagen (GKW) zur Saaler Mühle aus, nur wenige Kilometer vom Stützpunkt im Gronauer Industriegebiet entfernt. Mit einer Stärke von acht Einsatzkräften begann um 9 Uhr der Einsatz unter Leitung von Gruppenführer Oliver Dünn, der besonderen Wert auf Arbeitsschutz und den Schutz der Gesundheit legte. Die Arbeit mit der Seilwinde, Lasten und Stahlseilen erfordert, Kompetenz und Konzentration.

Der Bereich war für die Öffentlichkeit abgesperrt. Zunächst verschaffte sich die Gruppe über Leitern als Behelfsbrücke Zugang zur Holzhütte. Zwei Einsatzkräfte mit Wathosen, Rettungsweste und Sicherungsleine, der persönlichen Schutzausrüstung gegen Ertrinken (PSAgE), erkundeten und sicherten den Bereich zwischen Ufer und Hütte. Anschließend wurden mit der Kettensäge Öffnungen im Boden geschaffen, um die 10-Tonnen-Seilwinde des GKW mithilfe von Ketten, Hebeschlingen und Schäkel an der Konstruktion zu befestigen. So konnte die Hütte kontrolliert zum Ufer gezogen werden.

Im nächsten Schritt wurden die Ständer mit sogenannten Schwächungsschnitten vorbereitet, um das Bauwerk bzw. das Dach kontrolliert niederzulegen. Die Seilwinde ermöglichte ein sicheres Entfernen des Dachs. Danach wurden alle Bauteile geborgen, mit der Kettensäge in handliche Stücke zerlegt und mit Räumhaken in den Abfuhrbereich gebracht. Zum Abschluss wurde der Uferbereich sorgfältig renaturiert.

Zum Einsatzende betonte Gruppenführer Oliver Dünn: "Die Demontage einer Hütte, die halb in einem See versunken ist, war eine gute praktische Übung für das THW. Derartige Einsatzstellen findet man regelmäßig nach Hochwassern, im Bereich von Staustufen oder Wehranlagen. Beschädigte Gebäude einzureißen kann man sonst nur schlecht praktisch ausbilden. Ein großer Erfolg unseres Teams."

Die Stadt Bergisch Gladbach übernahm schließlich die Verladung und den Abtransport des abgebauten Pavillons zur fachgerechten Entsorgung.

Zahlreiche Spaziergängerinnen und Spaziergänger beobachteten die Arbeiten des THW mit großem Interesse und erinnerten sich an die früheren Stege der Saaler Mühle. Mehrfach wurde der Wunsch geäußert, einen neuen Steg zu errichten. Auch junge Besucherinnen und Besucher zeigten Interesse an den Möglichkeiten eines Engagements im Technischen Hilfswerk (THW).

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