Wenn der Boden nachgibt: Tiefbauunfall-Ausbildung der Bergungsgruppen

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Bergisch Gladbach,

Der erste Dienst im Jahr 2026 der Bergungsgruppen im THW Ortsverband Bergisch Gladbach startete mit einem wichtigen Ausbildungsthema: dem Tiefbauunfall. Auch wenn die Einsatzzahlen im Bereich der Tiefbauunfälle in den letzten Jahren rückläufig sind, ist das theoretische Wissen und die praktische Übung in diesem anspruchsvollen Themenfeld ein wichtiger Bestandteil der Aus- und Fortbildung. Der seltene Ernstfall ist mit starken Schäden für Leib und Leben verbunden, wie man am Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 gesehen hat.

Ziel der Ausbildung war es die Fähigkeit herzustellen, mit dem vorhandenen Material eine Baugrube zu sichern und verschiedenste Einsatzsituationen in dieser dann gesicherten Baugrube zu üben.

Die Ausbildung der Bergungsgruppen begann morgens mit der Aufarbeitung einzelner Themenabschnitte in Gruppenarbeiten von mehreren Helferinnen und Helfern. Bearbeitet wurden jeweils Themenabschnitte wie Grundlagen des Erddrucks, Sichern von Gräben und Baugruben, Ursachen für einen Einsturz, Einsatztaktik und Grundsätze. In der anschließenden Präsentation durch die Helferinnen und Helfer und Diskussion im Plenum wurde das erlangte Wissen in der gesamten Gruppe gefestigt und vertieft. Eine theoretische Ausbildung ist gerade in diesem Einsatzgebiet eine wichtige Grundlage für die anschließende praktische Ausbildung mit der Hand.

Für den folgenden praktischen Anteil der Ausbildung wurde die LKW-Grube in der Fahrzeughalle genutzt. Die Bergungsgruppen verfügen über Rüstholz, welches einsatzbereit auf LKW-Anhängern verladen ist. Diese fiktive Baugrube wurde zunächst mit Fahrplatten (LKW-befahrbare Kunstoffplatten) am Rand gesichert und ermöglichte so ein sicheres Arbeiten direkt an der Baugrube. Mittels Rüstholz wurde anschließend die Baugrube im senkrechten Normverbau gegen Einsturz gesichert. Zum Einsatz kamen neben dem Rüstholz auch Kanalstreben. Eine Kanalstrebe ähnelt einer kleinen Baustütze und ist für den vertikalen Einsatz konzipiert.

Für den Tiefbauunfall wurde im unteren Bereich der Baugrube ein Personenschaden angenommen und der Grubenbereich als "nicht sicher" eingestuft. Es mussten also Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden, um den vorher in der Grube deponierten Trainingspuppe zu retten. Zur Sicherung der beiden Grubenwände setzten die Bergungsgruppen zwei hydraulische Rettungszylinder ein. Diese Zylinder lassen sich durch eine Handpumpe weitestgehend erschütterungsfrei und präzise steuern. In dem dann wieder gesicherten Bereich der Baugrube wurde die patientenorientierte, schonende Rettung des Verschütteten durchgeführt und im Anschluss der Verbau zurückgebaut.

"Wir haben mit dem in den Bergungsgruppen vorhandenen Material die Baugrube verbaut und nach einem inszenierten Tiefbauunfall wieder sichern können. Durch die Zusammenarbeit der beiden Bergungsgruppen wurden verschiedene Lösungen erprobt und gefestigt. Viele Wege führen zum Ziel und es gibt nicht nur den einen richtigen. Wir haben mit unseren Gerätekraftwagen, einen rollenden Werkzeugkasten mit vielen Optionen. Am Ende des Tages muss der Verschüttete sicher gerettet werden, ohne dass Rettungskräfte zu Schaden kommen. Wenn es dann noch allen, so wie heute, Spaß gemacht hat, ist es für mich eine gelungene Ausbildung.“, sagt Ronald Hensen (Gruppenführer Bergungsgruppe).

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